Pressespiegel


Vater und Sohn

Mitteldeutsche Zeitung, 01.09.2015)
(Mitteldeutsche Zeitung, 01.09.2015)






Vergangenheit trifft Gegenwart
Vom Bahnhof bis zum Goitzschesee: Die Kreisvolkshochschule und der Förderverein Goitzsche organisieren einen Spaziergang, der den Reichtum der Bitterfelder Kultur präsentiert.

von Melain Müller

Tafel für den 17. Juni 1953 (Bild: MZ)
Tafel für den 17. Juni 1953 (Bild: MZ)
BITTERFELD/MZ. Von Kaiser Wilhelm II. über Johann Sebastian Bach bis zu Emil Obst - Bitterfeld hat kulturell und historisch viel zu bieten. Das erlebten die Gäste des Stadtspaziergangs hautnah, denn ihnen wurde ein abwechslungsreiches Programm aus historischen Anekdoten und kulturellen Appetithäppchen geboten.

Die Kreisvolkshochschule und der Förderverein Goitzsche haben am vergangenen Wochenende unter dem Motto "Natürlich Kultur" einen Spaziergang vom Bitterfelder Bahnhof bis zum Goitzschesee organisiert. Die Veranstalter nahmen die Besucher mit auf eine Zeitreise.

Zurück in eine Zeit, als Bitterfeld an das Eisenbahnnetz angebunden wurde und die erste Bahnstrecke nach Dessau führte (1857). Durch die hier angesiedelte Industrie erfuhr die Stadt einen Aufschwung. Zudem prangte einst der Kaiserhof gegenüber vom Bahnhof. Ein Hotel in dem sogar Kaiser Wilhelm II. 1909 residierte. Heute ist das Gebäude an der Ecke zur Lindenstraße verfallen, es hat seinen Charme verloren, ist nicht mehr wiederzuerkennen.

Entlang der Lindenstraße schlendert die Gruppe zur Grünen Lunge. Ein kurzer Halt am Pflegeheim Binnengärten ruft bei einigen Gästen Erinnerungen an die eigene Jugend hervor. An dem alten Backsteingebäude, das früher eine Schule war, erkennt man noch heute die separaten Eingänge für Jungen und Mädchen, die damals getrennt unterrichtet wurden. Hin und wieder wird auch die Vorstellungskraft der Spaziergänger gefordert. Denn einst stand in der Grünen Lunge das Ballhaus Döring. Heute ist es verschwunden. Der Spiegelsaal brannte ab und wurde nie wieder aufgebaut.

Der Blick der Gäste wird auch auf den 17. Juni 1953 gerichtet. Einem Tag an dem sich zig Tausende zum Protestieren trafen. Ihrer wird mit einer Tafel gedacht.

Neben den historischen Ausflügen bekommen die Gäste die Möglichkeit, Aktuelles zu sehen, hören und schmecken. So macht die etwa 20 Mann starke Gruppe einen Stopp in der Galerie am Ratswall, in der die Ausstellung "konkretamorph" zu sehen ist. Anschließend konnten die Spaziergänger eine Pause in der evangelischen Stadtkirche am Markt einlegen, wo der Orgelspieler Bachs Toccata und Fuge in d-Moll anklingen ließ. Auch wenn einem der Name nicht bekannt vorkommt, so kennt doch jeder dieses Werk. Und kann den Klang genießen.

Der Begründer des Kreismuseums Emil Obst wird gegen Ende der Tour kurz vorgestellt, ebenso wie die umfangreiche Sammlung des Museums. Selbstverständlich sollen die Gäste von seiner Erfindung profitieren - so genießen sie die "Obst-Platte" im Kreismuseum.

(Mitteldeutsche Zeitung, 29.05.2013)



Goitzscheforum in der "Seensucht’s Alm"
Goitzscheakteure und interessierte Bürger diskutierten zu Vor- und Nachteilen von Großereignissen an der Goitzsche

von Wilfried Horn, 05.04.13

Führungen mit dem "Goitzschetoffel" zu den Landschaftskunstwerken finden immer ein interessiertes Publikum und halten auch kulinarische Überraschungen bereit.(FOTO: Privat)
Führungen mit dem "Goitzschetoffel" zu den Landschaftskunstwerken finden immer ein interessiertes Publikum und halten auch kulinarische Überraschungen bereit.(FOTO: Privat)
"Events in der Goitzsche - Fluch oder Segen?" Der Förderverein Goitzsche hatte den Titel des diesjährigen Goitzscheforums in guter Tradition bewusst provokant gewählt. Für den Abend des 15. März hatte der Verein in die "Seensucht’s Alm" ein geladen. Etwa 50 Gäste waren der Einladung gefolgt. Ganz so kontrovers, wie es der Veranstalter vielleicht er wartet hatte, waren die Diskussionsbeiträge dann doch nicht. Der Vorsitzende des Fördervereins Goitzsche, Horst Tischer, gab einleitend einen Überblick über die Entwicklung der Kulturlandschaft Goitzsche seit dem Ende der Braunkohleförderung Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Er erwähnte die entscheidende Bedeutung, welche die Weltausstellung Expo 2000 für die gesamte Region und insbesondere für die Bergbaufolgelandschaft Goitzsche hatte. Von Beginn an hatten die Goitzscheakteure neben der landschaftsgestalterischen Entwicklung immer auch ökonomische Aspekte und damit die Schaffung von Arbeitsplätzen im Blickfeld. Diesem Zweck dienen u. a. solche Großereignisse wie der Goitzschemarathon, die Motorboot-WM, das Hafenfest oder das Sputnik Spring Break.

Da in den letzten Jahren immer wieder Kritik an Großevents insbesondere wegen der Lärmbelästigung laut geworden ist, hatte man durchaus mit einer lebhaften Diskussion gerechnet. Ganz im Gegensatz dazu verlief die Veranstaltung ausgesprochen harmonisch, was die Organisatoren als deutliches Zeichen werteten, dass das gegenwärtige Veranstaltungsangebot in der Bevölkerung akzeptiert wird.

Gabriela Schulze von der Stadtverwaltung Bitterfeld-Wolfen berichtete, dass bei der Organisation des Hafenfestes durch eine frühzeitige Bürgereinbindung Probleme wie eingeschränkte Parkmöglichkeiten oder Belästigung durch Lärm oder Müllablagerungen bereits im Vorfeld entschärft werden. Dass die Goitzsche sowohl durch Events als auch durch die attraktiven Freizeitmöglichkeiten zunehmend an Strahlkraft gewinnt, unterstrich Lutz Bernhardt, Geschäftsführer der EBV Goitzsche mbH, indem er die Zahl von 530 000 Goitzschebesuchern im Jahr 2012 nannte. Am Ende der gut einstündigen Veranstaltung war man sich einig, dass die Vermarktung der Goitzsche deutlich über die engere Region hinausgehen müsse. Wiederholt wurde ein gemeinsames und abgestimmtes Handeln der Goitzscheakteure in der zukünftigen Entwicklung angemahnt.

(Amtsblatt Bitterfeld-Wolfen, 05.04.2013)



Neuheit im Goitzsche-Wald

von Michael Maul, 15.05.12

Das "Rosa Eck" wurde im Rahmen des Spaziergangs durch den Goitzschewald feierlich eingeweiht.(FOTO: MZ)
Das "Rosa Eck" wurde im Rahmen des Spaziergangs durch den Goitzschewald feierlich eingeweiht. (FOTO: MZ)
BITTERFELD/MZ. Damit die Kunstwerke im Goitzschewald nicht in Vergessenheit geraten, starteten am Sonnabend etwa 100 Interessierte an der Blauen Bank am Goitzschesee zu einer vier Kilometer langen Wanderung. Objekte der Landschaftskunst, wie zum Beispiel die "Götter im Exil" oder "Am Tisch-Sitzen-Sehen" waren nur einige Stationen, die unter fachkundiger Begleitung angesteuert wurden.

Wichtig war für die Organisatoren des Fördervereins Goitzsche die Einweihung eines neuen Kunstwerkes, das sich nahtlos in die Reihe der vorhandenen Werke einfügt. Das "Rosa Eck" ist ein Sitzplatz, bei dem Rosen und alles, was damit zusammenhängt, ausschlaggebend für den Namen war. Auch Rosenbowle wurde den durstigen Spaziergängern angeboten.

Wichtig für viele waren allerdings die Erläuterungen zur Goitzsche, der Natur und der Kultur, die zum einen von Heike Brückner vom Dessauer Bauhaus, von Wilfried Horn, einem ehemaligen Bergmann, sowie vom Goitzsche-Toffel und der Leineliese gegeben wurden. Auch am Gedenkstein für den Ort Niemegk, der der Braunkohleförderung zum Opfer gefallen war, machte die Gruppe aus Frauen und Männern Halt.

Am Ende der Tour empfing das Bergmannsorchester die Wanderfreunde im Goitzsche-Camp, wo der Förderverein eigentlich noch einen Malwettbewerb durchführen wollte. Da sich jedoch niemand fand, der seinem künstlerischen Gefühl freien Lauf lassen wollte, forderte Klaus-Peter Jaskulski vom Verein die Gäste auf, doch das schönste Bild vom Goitzschetoffel und von der Leineliese zu schießen. "Die Ergebnisse dazu stehen noch nicht fest", sagt Jaskulski. Fest standen aber die Sieger des kleinen Goitzsche-Quiz bei dem es galt, Fragen zur Region zu beantworten. Rita Dudda, Hans-Joachim Lösche und Hanna Hahn konnten sich die ersten drei Plätze teilen.

Eines steht jedoch für alle Teilnehmer der Wanderung fest. "Diese Art der Erkundung habe sich auf alle Fälle gelohnt."

(Mitteldeutsche Zeitung, 15.05.2012)



Das Rosa-Eck lädt zum Verweilen ein

von Uljana Wuttig-Vogler, 05.05.12

Exil der Götter. (FOTO: MZ)
Exil der Götter. (FOTO: MZ)
BITTERFELD/MZ. Dass die Goitzsche ein wunderschönes Erholungsgebiet ist, hat sich schon weit über die Grenzen des Landkreises Anhalt-Bitterfeld herumgesprochen. Weniger bekannt ist hingegen die dort installierte Landschaftskunst. Während der Bitterfelder Bogen, der Pegelturm und die Seebrücke vielen sicherlich Begriffe sind, wissen nur wenige mit den Objekten wie "Götter im Exil" oder "Am Tisch-Sitzen-Sehen" etwas anzufangen.

Damit sich das ändert, lädt der Förderverein Goitzsche unter dem Motto "Natürlich Kultur" für den 12. Mai zu einem Spaziergang ein. Dieser führt zu den Landschaftskunstobjekten und Sehenswürdigkeiten in den Goitzschewald. "Die Landschaftskunst ist etwas in Vergessenheit geraten, wir wollen wieder auf sie aufmerksam machen", schildert Vereinsvorsitzender Horst Tischer das Anliegen.

Eine ähnliche Veranstaltung hat bereits im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit den Euro-Schulen stattgefunden. Diese ist auf gute Resonanz gestoßen. "Um in diesem Jahr noch mehr Besucher anzulocken, haben wir das Angebot deutlich erweitert", unterstreicht Klaus-Peter Jakulski vom Förderverein. So werden auf der acht Stationen umfassenden und rund vier Kilometer langen Tour eine ganze Reihe von musikalischen und kulinarischen Überraschungen aufgeboten.

Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Sandbank, die im Volksmund Blaue Bank genannt wird. Die Besucher werden von einem Dudelsackspieler begrüßt. Dann geht es zum Rosa-Eck, einem neuen Kunstwerk, das an diesem Nachmittag feierlich seiner Bestimmung übergeben werden soll. Beim Rosa-Eck handelt es sich um einen Sitzplatz, der von rosa blühenden Kartoffelrosen umgeben ist. Da einige Pflanzen den Winter nicht überstanden haben, werden die Organisatoren etwas improvisieren. Bevor nachgepflanzt wird, will man sich mit Papierrosen behelfen. Weiter geht es dann zu den "Göttern im Exil", zum Schmetterlingspfad und zum "Tisch-Sitzen-Sehen". Dort stehen dann u.a. gemeinsames Singen - insofern gewollt - und allerlei Verköstigungen auf dem Programm. Am "Flora Blick" wird ein ehemaliger Bergmann über die Entwicklung der Goitzsche sprechen. Kleine Geschichten über die Goitzsche liest Marion Lange vor, die an dem Tag auch als Leineliese in Aktion tritt und natürlich den Goitzsche-Toffel an ihrer Seite hat. Die drei letzten Stationen sind eine Schutzhütte, der "Lucretius Place" und der Gedenkstein an den Ort Niemegk. Wie bereits an den Stationen zuvor, gibt es ausführliche Erläuterungen zu den Kunstobjekten. Enden wird die Tour gegen 16 Uhr im Goitzsche-Camp, wo noch einmal anderthalb Stunden für Unterhaltung gesorgt wird. Es spielt u.a. das Bergmannsorchester, Bücher und Keramiken werden verkauft. Die Besucher können sich am Goitzsche-Quiz und einem Malwettbewerb beteiligen. Bei letzterem stehen Leineliese und Goitzschetoffel Modell.

(Mitteldeutsche Zeitung, 05.05.2012)



Entscheider sitzen Kritik aus

Diskussion zum Goitzsche-Forum brachte keine Antworten. (FOTO: ANDRé KEHRER)
Diskussion zum Goitzsche-Forum brachte keine Antworten. (FOTO: ANDRé KEHRER)
BITTERFELD/MZ. Dass die Bitterfelder bei der Gestaltung der Goitzsche mitreden wollen, wird allein an der Beteiligung am Goitzsche-Forum am vergangenen Freitag deutlich.

Mehr als 200 Menschen waren der Einladung des Fördervereins Goitzsche ins Wasserzentrum gefolgt, um mit Entscheidern über Bauvorhaben und bereits realisierte Projekte zu diskutieren. Vor allem forderten sie, dass der Ufervertrag rechtlich bindend würde.

Das Ufer solle als durchgängig öffentlicher Raum erhalten bleiben. Große Hoffnung auf eine Änderung der geschaffenen Tatsachen hatten die Besucher allerdings nicht. "Es ist doch sowieso schon alles in Sack und Tüten", raunte es schon zu Beginn durch das Publikum.

Und so fühlten sich einige auf den Arm genommen, als die Reden ohne Mikrofon leise im Wasserzentrum verhallten. Zu sehr machten die Entscheider deutlich, dass sie keine Verantwortung trügen.

Lars-Jörn Zimmer, CDU-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Kommunalen Zweckverbands Goitzsche , schoss als Auftakt - ohne einen Namen zu nennen und doch ganz eindeutig - in seiner Rede gegen den ehemaligen Baudezernenten Eckbert Flämig, der als Nichtanwesender keine Chance hatte, zu reagieren. Die nicht genannte Person "habe in der Position als Baudezernent Tatsachen geschaffen, von denen er heute als selbstständiger Berater profitiert".

Mehrheit für den Ufervertrag

Die immer wieder gestellte Frage des Publikums, weshalb gerade uferseitig gebaut werden müsse, blieb unbeantwortet. Hitzig argumentierten Bürger, der Ufervertrag müssen Rechtsgültigkeit erlangen.

Bitterfelds Ortsbürgermeister Joachim Gülland versuchte beschwichtigend einzugreifen und erklärte, es werde ja versucht, im Stadtrat eine Mehrheit für die Verpflichtung zum Ufervertrag zu finden. Jedoch seien nicht alle dazu zu bewegen.

Großer Unmut richtete sich vor allem gegen die Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft (EBV). Lutz Bernhardt, Geschäftsführer der EBV, blieb beinah unverstanden zurück. Neue Projekte, die er vorstellen wollte, blieben unbeachtet.Vom Bild des neuen Goitzsche-Aquariums, das über die Projektionsfläche lief, nahm keiner Notiz, wärend das Publikum forderte: "Alles wieder abreißen."

Obwohl Bernhard bekräftigte: "Teile des Ufervertrages erkennen wir an." Und räumte ein: "Wenn die Bürger die EBV nicht mehr wollen, lösen wir uns sofort auf." Unterstützung fand er bei der Bürgermeisterin der Gemeinde Muldestausee, Petra Döring. "Gerade einmal 1,8 Kilometer sind von 15 Kilometern Uferlinie bebaut."

Noch genug Ufer zur Verfügung

Somit stünde allen noch genug Ufer zur Verfügung. Doch die Bürger forderten einen "freien Blick". "Es könne doch auf der anderen Seite des Uferweges gebaut werden. Nur nicht auf der Wasserseite."

Oberbürgermeisterin Petra Wust bekräftigte deshalb noch einmal die Wichtigkeit der EBV: "Die Gesellschaft muss sich refinanzieren. Deshalb muss sie Grundstücke verkaufen." Es profitierten zudem alle. "Wir müssen Visionen haben und weiterkommen", so die Oberbürgermeisterin. Diese Ansicht unterstrich auch Werner Rienäcker, Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Bitterfeld-Wolfen, und blickte zurück: "2005, als wir das erste Hafenfesten feierten, waren alle begeistert von der neuen Wasserfront."Und damit endete die Diskussionen ohne Klärung vieler Fragen. Die meisten hofften, dass bei diesen Visionen nicht vergessen würde, was Siegfried Dittmann aus Muldenstein offen aussprach: "Es gab Zeiten, da konnten wir die Wäsche nicht draußen aufhängen. Heute haben wir eine wunderschöne Landschaft. Diese dürfen wir nicht zerstören."

(Mitteldeutsche Zeitung, 16.04.2012)



Retten, was zu retten ist

So haben es sich die Expo-Pioniere nicht vorgestellt. (FOTO: THOMAS RUTTKE)
So haben es sich die Expo-Pioniere nicht vorgestellt. (FOTO: THOMAS RUTTKE)
BITTERFELD/MZ. "Retten, was zu retten ist" - treffender ist das, was an der Goitzsche passiert, derzeit wohl nicht in Worte zu fassen. Es wird gebaut und gezäunt, der Ufervertrag droht zur Makulatur zu verkommen. Das Forum, das der Förderverein Goitzsche am 13. April im Wasserzentrum ausrichtet, hat genau das zum Thema gemacht. Mit dem Vereinsvorsitzenden Horst Tischer sprach Christine Krüger.

Warum gleich so drastisch, Herr Tischer?

Tischer: Wir wollen nicht lange um das heiße Eisen herumreden. Deshalb haben wir den Widerspruch gleich als Thema gesetzt: "Das Allgemeingut Landschaftspark Goitzsche: Finanziert durch öffentliche Gelder für den freien Markt?"

Was ist denn ihrer Meinung nach das heiße Eisen?

Tischer: Das ist die Frage: Geht das beides zusammen? Mit Millionen öffentlicher Gelder wurde der einstige Tagebau saniert, geflutet und zu einer neuen Landschaft gemacht. Kann ich das jetzt an Private verkaufen?

Eine Frage, die sich jedoch in großen Teilen in den letzten Jahren schon selbst beantwortet hat...

Tischer: Ja, und deshalb sagen wir: retten, was noch zu retten ist. Wir müssen akzeptieren, dass hier einiges nicht so gelaufen ist, wie wir alle es ursprünglich wollten.

Was ist es denn, was wir alle ursprünglich wollten?

Tischer: Wenn Sie sich erinnern: Vor zwölf Jahren herrschte Einigkeit darüber, das Gesamtobjekt Goitzsche in öffentlichen Besitz zu geben. Das war gedeckt von den meisten Kommunen, dem Kuratorium, sogar dem Land. Und auch die Leute wollten das. Die neue Landschaft sollte Allgemeingut bleiben. Und genau das, dass jeder Zugang zum See hat, dass Kunst die Landschaft prägt, das sollte das sein, was die Goitzsche von anderen Bergbau-Seen unterscheidet.

Warum ist das nur eine Idee geblieben?

Tischer: Zur Expo ist zwischen dem Kommunalen Zweckverband Bergbaufolgelandschaft und dem Kuratorium der Expo der Ufervertrag entstanden. Es sollte von vornherein verhindert werden, dass Teile des Uferbereichs bebaut werden. Wir wussten damals natürlich, dass Begehrlichkeiten entstehen würden, bis ans Ufer ran zu bauen. Der Vertrag ist durch Willensbekundung manifestiert, er hat leider nie eine parlamentarische Entsprechung gefunden.

Und das war der Fehler...

Tischer: Alle haben ihn anerkannt und es dürfte keine Probleme geben. Der Vertrag ist in der Satzung des Zweckverbandes (ZV) aufgegangen. Und so haben alle Kommunen, die zum ZV gehören, eine moralische Verpflichtung, ihn einzuhalten. Wir müssen doch nicht auf Rechtsanwälte setzen, sondern auf das, was wir aufgeschrieben haben. Wir wollen mit der Fragestellung des Forums den ZV und die Kommunen bei der Ehre packen und ihnen noch einmal bewusst machen: Ihr bestimmt, was gemacht und was nicht gemacht werden darf.

Moralische Appelle sind ja gut und schön. Aber Verkäufe und Bebauungspläne haben Tatsachen geschaffen und so sind Bauten und Umzäunungen durchaus rechtens...

Tischer: Deshalb wollen wir aufrütteln und wenigstens das erhalten, was noch geht. Wenn Verträge abgeschlossen oder erneuert werden, muss man die überprüfen. B-Pläne fallen ja nicht vom Himmel.

Die kommunale Entwicklungs-, Betreiber- und und Verwertungsgesellschaft (EBV) Goitzsche ist der Eigentümer der Flächen. An wen geht Ihr Vorwurf?

Tischer: Die EBV haben wir 2003 gegründet mit dem Ziel, die Flächen vom Bergbausanierer LMBV zu kaufen und sie zu vermarkten. Wir mussten damals einige Grundstücke veräußern, um Geld zu haben für den Kauf der großen Fläche. Aber immer ging es darum, den Ufervertrag einzuhalten. Unter der Prämisse haben wir verkauft. Wir sitzen doch alle in einem Boot. Ich habe ein gewisses Verständnis dafür, dass die Goitzsche auch finanziell etwas abwerfen muss. Und da nenne ich Beispiele wie die Seensucht, die Villa - das geht doch. Auch dass Badestrände aus Sicherheitsgründen einen Zaun kriegen, dafür habe ich noch Verständnis - aber das sind nicht unsere Probleme, wir meinen die größeren Bebauungen, für die man B-Pläne entwerfen und über die man abstimmen muss, und Zäune, dort, wo die Goitzsche so richtig attraktiv ist.

Sie wirken leicht verbittert, wenn Sie über dieses Thema reden...

Tischer: Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe, was da passiert. Ich war Mitglied des Kuratoriums, wir hatten eine wahnsinnige Aufbruchsstimmung, die hat in der Region alle mitgerissen. Jetzt - als Verein - sind wir fast machtlos. Ich habe das Gefühl, man redet mit Taubstummen. Dem Grundsatz der Kulturlandschaft werden wir bald nicht mehr gerecht.

Es ist aus Ihrer Sicht fünf vor zwölf?

Tischer: Die Dinge sind schwierig. Aber die Entwicklung passiert jenseits der Leine, die Goitzsche ist wie ein Magnet. Ich hoffe, dass Bitterfeld davon profitiert. Und überhaupt: dass noch vieles geht. Wir dürfen das Kleinod, das uns da in die Hände gegeben wurde, nicht kaputt machen.

(Mitteldeutsche Zeitung, 04.04.2012)



Imaginäre Götter im grünen Exil

von Ulf Rostalsky, 30.05.11

Der Förderverein Goitzsche hat das Landschaftskunstobjekt «Götter im Exil» der Öffentlichkeit übergeben. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
Der Förderverein Goitzsche hat das Landschaftskunstobjekt «Götter im Exil» der Öffentlichkeit übergeben. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
BITTERFELD/MZ. Grauer Beton auf einer kleinen Anhöhe. Der Goitzsche-Wald ist um ein Kunstobjekt reicher. "Eines der kleineren", wie Horst Tischer, Vorsitzender des Fördervereins Goitzsche, betont. "Eines von denen, die es damals nicht mehr geschafft haben." Das Damals steht für das Vorfeld der Expo-Weltausstellung 2000 in Hannover, deren Korrespondenzregion Bitterfeld und Wolfen war.

Groß war die Euphorie, groß auch das Interesse renommierter Künstler, deren Projekte noch immer zum Teil in der Schublade liegen und zum Kraftakt für den Förderverein und seine Mitstreiter werden. "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, die Kulturlandschaft Goitzsche auf anspruchsvolle Art weiterzuentwickeln", betont Tischer. Wohl wissend, dass Kunst finanziell schwer wiegt.

Doch haben auch die Götter im Exil im Vorfeld ihre Freunde gefunden. Der Ex-Landrat redet von Geldzuwendungen und Arbeitsleistungen von Sponsoren aus der Region, von Mitgliedsbeiträgen der Vereinsmitglieder. Leicht sei alles nicht gewesen. "Auch, weil wir oft genug nur wenig von schwierigen Bodenverhältnissen oder der konkreten Eigentumssituation wissen", sagt Tischer. Der Fleck Erde, der jetzt das Kunstwerk trägt, befindet sich im privaten Eigentum. "Bei Blauwald." Dennoch haben die Götter ihr Exil bezogen. Stehen obenauf, sind aber alles andere als frei.

Heike Brückner, Landschaftsarchitektin der Stiftung Bauhaus Dessau, gehörte zur Arbeitsgruppe um den französischen Künstler Jaques Leenhardt, in der die Idee zur Installation geboren worden ist. Beton ist das tragende gestalterische Element der Plastik. Vom Einheitsgrau ist man bei den Göttern allerdings weit entfernt. Eine Säule reckt sich in den Himmel. Gerade, mit einem überbreiten Abschluss. Antike Tempel sollen vor dem geistigen Auge entstehen. Bauten, die das Paradies, die Götter und deren Dasein im Einklang mit der Natur symbolisieren. Doch die Landschaft wurde geschunden. Götter sind vertrieben, die Gesetze der Natur verletzt. Weit entfernt haben sie sich wieder niedergelassen. Einsperrt in einen Käfig und verdammt dazu, auf Veränderungen zu hoffen.

Die Säule ist eingefasst von einem Konstrukt aus Betonschwellen. Sie trugen einst die Schienen im Bergbau, stehen Pate für den menschlichen Eingriff in die Natur, der auch der Standort der Plastik selbst entsprang. Die Götter haben ihr Exil auf einer Kippe bezogen. In unmittelbarer Nachbarschaft zweier weiterer Kunstobjekte. Lucretius Place rückt ins Blickfeld, auch der Schmetterlingspfad ist zum Greifen nah.

Der Förderverein engagierte sich außerdem für "Am Tisch - Sitzen und Sehen" sowie die "Sitzgelegenheiten". In Vorbereitung ist mit dem "Rosa-Eck" eine weitere Installation, die wie ihre Vorgänger besonderes Gewicht innehaben soll.

Sowohl Horst Tischer als auch Heike Brückner reden von der Kunst als Alleinstellungsmerkmal der Goitzsche-Kulturlandschaft. Dass es dabei nicht nur um die großen Vorzeigeobjekte wie Pegelturm, Bogen, Kegel und Pyramiden oder das Labyrinth auf der Halbinsel gehen kann, liegt für sie auf der Hand. Deshalb machen sie sich stark für den Goitzsche-Wald und die vielen kleinen dort eingeplanten Kunstwerke.

(Mitteldeutsche Zeitung, 30.05.2011)



Kunst wiegt doppelt schwer

von Ulf Rostalsky, 19.04.11

Der Pegelturm an der Goitzsche hat sich zu einem Wahrzeichen entwickelt. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
Der Pegelturm an der Goitzsche hat sich zu einem Wahrzeichen entwickelt. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
BITTERFELD/MZ. Verhilft die Landschaftskunst der Goitzsche zu einem Alleinstellungsmerkmal? Oder kann sie zur Last werden? Das war das Thema des Goitzsche-Forums im Wasserzentrum Bitterfeld.

Horst Tischer, Vorsitzender des Fördervereins Goitzsche und Ex-Landrat Horst Tischer, blickte zunächst zurück in die Mitte der Neunziger, als die Region ein neues Gesicht gesucht und die Einbindung in die "Expo 2000" als große Chance erkannt hatte. International anerkannte Künstler wurden geworben. Ihre Projekte sollten der Bergbaufolgelandschaft den Stempel aufdrücken, gleichzeitig aber auch helfen, deren Historie in Erinnerung zu behalten.

Die Herausforderung dabei war: Die Kunstwerke mussten erdacht werden, obwohl noch gar kein Wasser da war. "Die Bergleute waren zu der Zeit gerade damit beschäftigt, Böschungen zu planieren, die Flutung vorzubereiten", so Tischer.

Kunst entstand dennoch schnell und steht auch heute noch in der Goitzsche. Allerdings mitunter an Stellen, die zurzeit schwer zu erreichen sind. Der Wasseranstieg lässt manchen Rundweg zur Sackgasse werden und Objekte wie die von Anatol Herzfeld geschaffenen Wächter der Goitzsche in einer ebensolchen verschwinden.

Dass das nicht auch mit den anderen Kunstobjekten passieren soll, war Tenor der Teilnehmer des Goitzsche-Forums. Allerdings wird die Unterhaltung der Meisterwerke zum immer größeren Problem. "Wir wollen die Kunstwerke erhalten. Aber alles muss auch machbar sein", erklärte Lutz Bernhardt, Geschäftsführer der Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche (EBV). Die Aussage bot reichlich Zündstoff. "Aber ich muss das alles so deutlich sagen", bezog Bernhardt Position. Schönreden bringe nichts. Die Möglichkeiten der kommunalen EBV seien begrenzt wie die Möglichkeiten ihrer Gesellschafter - Landkreis und Bitterfeld-Wolfen. Weiteres Problem: Die EBV ist zwar Eigentümer eines Großteils der Flächen in der Goitzsche. Die Kunstwerke sind aber ausdrücklich nicht in ihren Besitz übergegangen. Erhaltung ist eine freiwillige Aufgabe und kostet richtig Geld. Auf gut 150 000 Euro schätzt Bernhardt den jährlichen Aufwand dafür. Eingeschlossen ist dabei geförderte Arbeit, beinhaltet aber auch die immer wieder zu beseitigenden Vandalismusschäden. Allein die belaufen sich auf 20 000 Euro im Jahr. "Und dann diskutieren wir mit dem Künstler, ob die Farbe am Bogen noch dieselbe ist. Sie ist identisch. Nur einmal mit der Zeit verwittert, ein anderes Mal im Farbtopf gealtert", so Bernhardt.

Der EBV-Chef will Kunst und Künstler nicht verteufeln. Doch fordert er auch zum Maßhalten auf. Zumal die Kunst die Eigenart besitze, nicht durchweg praktisch zu sein. Die Schwimmenden Steine zum Beispiel wären für ein bewegtes Gewässer einfach nicht gemacht. Und das Labyrinth biete Chancen zur Verunreinigung und zu Steinwürfen. "Aber wir machen das, wir wollen alles auch erhalten", sagt Bernhardt, der von Horst Tischer Rückendeckung erhält. Der sieht Übereinstimmung darin, dass letztlich alle Nutznießer des Goitzsche-Tourismus in die Erhaltung der Kunstwerke eingebunden werden müssten. Die kommunale Hand als einzig handelnder Akteur scheint auch für ihn ausgedient zu haben.

Kunst verhilft dem Bergbaufolgeareal zum Alleinstellungsmerkmal. Darüber sind sich alle einig. Landschaftsarchitektin Heike Brückner sucht bewusst Parallelen zum Wörlitzer Park. "Kommen die Leute dort nur wegen der Kunst oder nur wegen der Landschaft hin", fragt sie und kommt zum Schluss, dass beide Säulen im Zusammenspiel den Erfolg des Gartenreichs ausmachen. Ihre Idee, ein neues Kunst-Kuratorium einzuberufen und den Anteil der Landschaftskunst in der Goitzsche noch zu erweitern, die findet jedoch nicht durchweg Freunde.

Wieder ist es vor allen Dingen die Frage der finanziellen Machbarkeit, die bewegt. Kunst und Tourismus - für den Vorsitzenden des Zweckverbands Goitzsche, Lars-Jörn Zimmer, gehört beides zusammen. Allerdings glaubt er, dass die Kunst wie auch die Geschichte des Sees besser erklärt werden müssten. Den vom Verband geplanten Goitzsche-Pavillon stellt er bewusst in die Folge der Expo-Ausstellung "Land gewinnen", die vieles an der Goitzsche für den Besucher greifbar gemacht hätte.

"Auf den ersten Blick ist die Goitzsche für viele Besucher ein ganz normaler See. Erfährt er aber etwas zur Geschichte, dann wird die Landschaft zu einer besonderen." Zimmer denkt pragmatisch. Kunst ja, Tourismus aber auch. Und das nebeneinander und auch an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Die beim Orkan Kyrill versunkene Seebrücke sei ein Beispiel für eine solche Entwicklung. Das neue Bauwerk sei nah am Kunstwerk von einst. Aber auch praktischer und damit wohl langlebiger.

Ist die Goitzsche mit ihrer Landschaftskunst am Scheideweg, fragt Heike Brückner. In Sachen Finanzierbarkeit scheint das so. Wie alle Akteure an der Goitzsche letztlich ihren Beitrag zur Kunst leisten sollen, das bleibt nach wie vor unbeantwortet.

(Mitteldeutsche Zeitung, 19.04.2011)



Last oder etwas Einzigartiges?

Das Landschaftskunstwerk "Haut" von Hartmut Renner. (FOTO: MZ)
Das Landschaftskunstwerk "Haut" von Hartmut Renner. (FOTO: MZ)
BITTERFELD/MZ. Der Förderverein Goitzsche lädt für am Freitagabend, 18 Uhr, zum Goitzsche-Forum in das Bitterfelder Wasserzentrum ein. Ulf Rostalsky sprach mit dem Vereinsvorsitzenden Horst Tischer über die Veranstaltung.

Das Forum ist nicht neu. Ist es zur Routine geworden?

Tischer: Auf den ersten Blick könnte es so aussehen. Immerhin laden wir schon seit gut zehn Jahren zu Veranstaltungen dieser Art ein. Aber es gibt immer wieder ausreichend Stoff zur Diskussion. Die Goitzsche bewegt uns nun einmal, über sie zu reden und am Ende auch anzupacken ist unser besonderes Anliegen.

Sie haben Gesprächspartner ins Wasserzentrum eingeladen?

Tischer: Natürlich. Das sind zum Beispiel Lutz Bernhardt und Lars-Jörn Zimmer, die als Geschäftsführer der Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche und Vorsitzender des kommunalen Zweckverbands die Entwicklung des Areals mitbestimmen. Wir haben aber auch Landschaftsarchitektin Heike Brückner dabei. Sie gehörte dem Kuratorium der Kulturlandschaft an. Eine gute Mischung, um über die Landschaftskunst und ihre Bedeutung als Alleinstellungsmerkmal oder Last zu reden.

Ist die Kunst gefährdet?

Tischer: Wir sehen zumindest die Gefahr, dass sie bei der kommerziellen Entwicklung der Goitzsche immer mehr an den Rand gedrängt wird. Die handelnden Akteure sollten sich einfach ins Stammbuch schreiben, die Kunst nicht zu vergessen. Es gibt Leute, die sind daran interessiert, die kommen extra deshalb hierher.

Kunst ist das Alleinstellungsmerkmal?

Tischer: Für mich schon. Es sind schließlich auch keine Projekte, die einfach so hierher gekommen sind. Sie sind Teil der "Expo 2000" gewesen. Das muss immer wieder betont werden. Und deshalb wollen wir auch dafür werben, sich für die Kunst stark zu machen. Der Gast an der Goitzsche muss sie finden und betrachten können.

Das Forum wird ein Podium allein für Landschaftskunst?

Tischer: Vom Thema her könnte das so sein. Aber wir spannen den Bogen bewusst viel weiter. Wir wollen die Gäste animieren, den Akteuren ihre auf den Nägeln brennenden Fragen zu stellen. Die Gelegenheit dazu ist doch einfach günstig. Außerdem ist das Goitzsche-Forum immer schon eine Plattform für Präsentationen gewesen.

Was heißt das?

Tischer: Vor dem Start der Diskussionsrunde um 18 Uhr haben Vereine, Gewerbetreibende und andere an der Goitzsche handelnde Akteure die Gelegenheit, sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Ab 16 Uhr werden die Informationsstände besetzt sein. Der Förderverein Goitzsche wird bei dieser Gelegenheit eine neue Karte der Kulturlandschaft präsentieren. Dort sind alle Landschaftskunstwerke mit Foto und einer kurzen Beschreibung festgehalten. Alles ist druckfrisch und wir hoffen, damit den Nerv möglichst vieler Neugieriger getroffen zu haben.

(Mitteldeutsche Zeitung, 15.04.2011)



Für die Landschaftskunst in der Goitzsche engagiert

BITTERFELD/MZ. Seine diesjährige Wahlversammlung nutzte der Förderverein Goitzsche auch, um auf Erreichtes sowie laufende und künftige Vorhaben zu blicken. MZ-Redakteurin Silke Ungefroren unterhielt sich darüber mit Wilfried Horn, seines Zeichens Schatzmeister im Vereinsvorstand.

Was sind die Ziele Ihres Vereins?

Horn: Unser Verein hat sich am 17. September 2001 gegründet, um sich für die Weiterentwicklung der Kulturlandschaft Goitzsche zu engagieren. In den nunmehr neun Jahren haben wir ein enormes Pensum an Veranstaltungen, Gesprächsrunden und Projekten ins Leben gerufen. Und das soll nicht nur so bleiben, sondern möglichst noch erweitert werden.

Welche konkreten Vorhaben stehen auf Ihrem Arbeitsplan für das nächste Jahr?

Horn: Neben den bereits traditionellen Veranstaltungen wie dem Jazzkonzert und dem Goitzscheforum wollen wir uns erneut an der Ausrichtung des Erlebnistages Goitzsche beteiligen. Musikalische Höhepunkte in der Vorweihnachtszeit 2011 sollten die Veranstaltungen mit der Fiddle-Folk-Family im Wasserzentrum und der "Advent im Bitterfelder Stadthafen" werden. Letzteres soll in Zusammenarbeit mit der Vetter-Touristik und deren MS Vineta erfolgen.

In Vorbereitung der Expo 2000 sind einige Landschaftskunstprojekte in der Goitzsche entstanden - "Die Haut" beispielsweise oder die Kegel und Hügel. Sie engagieren sich gegenwärtig für weitere solche Projekte?

Horn: Genau. Damals sind ja nicht nur die bestehenden Projekte entstanden, sondern auch weitere entworfen, aber bis zur Expo schließlich nicht mehr realisiert worden. Die wollen wir jetzt sukzessive verwirklichen. Bei "Götter im Exil" stehen wir kurz vor der Vollendung, ein weiteres Projekt im Goitzschewald ist "Rosa Eck".

Sich zu engagieren heißt auch, sich mit den neuesten Entwicklungen an der Goitzsche kritisch auseinander zu setzen. Bereits im Vorfeld Ihrer Mitgliederversammlung hat Ihr Verein einen Widerspruch eingelegt. Worum geht es da?

Horn: Unser Widerspruch richtet sich gegen die 3. Änderung des Bebauungsplanes der Halbinsel Pouch. Von der dort vorgesehenen Bebauung mit Ferienhäusern würden Teile des Landschaftskunstwerkes "Die Haut" betroffen sein. Der Verein sieht hier die in seiner Satzung festgelegten Ziele verletzt, so dass wir das natürlich nicht zulassen wollen.

Wenig einverstanden zeigen sich die rund 30 Mitglieder Ihres Vereins auch von den jüngsten Entscheidungen der Arbeitsgruppe "Goitzschemarketing".

Horn: Ja, und das hat auch einen berechtigten Grund, sieht sich der Verein doch als Sachwalter der seinerzeit von der Weltausstellung eingeleiteten Entwicklung der Kulturlandschaft Goitzsche. Ursprünglich war beim Goitzschemarketing vorgesehen, dass alle Goitzsche-Akteure unter einer gemeinsamen Dachmarke auftreten. Damit verbunden sein sollte auch ein gemeinsamer attraktiver und moderner Internetauftritt. Jetzt, wo die Arbeitsgruppe unter Federführung des Kommunalen Zweckverbandes Bergbaufolgelandschaft Goitzsche tätig ist, wurde dieses Vorhaben abgelehnt. Gerade angesichts der Summen, die vom Zweckverband für den neuen Masterplan vorgesehen sind, haben wir die Zurückhaltung für ein gemeinsames Marketing mit sehr großer Verwunderung zur Kenntnis genommen.

Abschließend noch die Frage: Wer wurde jetzt nach Ablauf der dreijährigen Wahlperiode in den neuen Vorstand gewählt?

Horn: Die Mitgliederversammlung schenkte dem alten Vorstand erneut das Vertrauen und wählte ihn für eine weitere Amtszeit von drei Jahren: Horst Tischer ist Vorsitzender, Klaus-Peter Jaskulski sein Stellvertreter, Brunhilde Geier ist Beisitzerin und meine Wenigkeit Schatzmeister.

(Mitteldeutsche Zeitung, 01.12.2010)



Lust auf ein besonderes Stück Erde

von Ulf Rostalsky, 14.06.10

Auch einen Uhu konnten die Besucher der Halbinsel in Augenschein nehmen. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
Auch einen Uhu konnten die Besucher der Halbinsel in Augenschein nehmen. (FOTO: ANDRÉ KEHRER)
POUCH/MZ. Als Appetitmacher möchte Lutz Bernhardt, Geschäftsführer der Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche (EBV), den Erlebnistag auf der Halbinsel Pouch verstanden wissen. Auch spricht er davon, dass die Veranstaltung durchaus Potenzial habe und größer werden könnte. "Aber alles muss solide wachsen", meint Bernhardt zur Veranstaltung, die EBV und Förderverein Goitzsche gemeinsam auf den Weg gebracht hatten. Allerdings sei die Aktion alles andere als deren alleinige Angelegenheit. "Wir haben versucht, jede Menge Akteure einzubinden, die in der Goitzsche und um sie herum aktiv sind."

Dass sie in einer einzigartigen Parklandschaft zu Hause sind, steht für Bernhardt außerdem fest. Nicht umsonst, sagt er, wäre die Halbinsel Pouch als einzige moderne Anlage in die Gruppe der 40 in Sachsen-Anhalt existierenden Parks aufgenommen worden, die für Gartenträume stehen. "Aber wir müssen natürlich auch etwas tun, um diesen Status zu erhalten." Deshalb habe man nun schon zum dritten Mal in Folge zum Erlebnistag geladen und mit dem Sonnabend ein wenig zwischen Baum und Borke gestanden. Die Hitze Geschichte, dafür reichlich Regen und Wind. Man müsse mit dem leben, was kommt", denkt Lutz Bernhardt und ist sicher, dass die Besucher mit reichlichen Eindrücken und Informationen im Gepäck die Heimreise angetreten hätten. Goitzsche steht für Vielfalt: Das haben auch Hannelore und Peter Kübler erkannt. Nicht nur, dass sie schon beim Weg zur Agora auf der Halbinsel Pouch Kunstwerke in Stahl und Beton streiften. Sie hatten ihre Meinung auch nach dem Besuch der Infostände rund um die Agora gefestigt. Dort informierte die EBV über Landschaftskunst und Visionen für die Zukunft der Bergbaufolgelandschaft. In unmittelbarer Nachbarschaft hatte die Schlaitzerin Gabi Schumann ihren Stand aufgebaut. Die jetzige Muldeprinzessin präsentierte die Region bereits als Köhlerliesel, am Sonnabend beeindruckte sie außerdem mit einer bunten Palette ungewöhnlicher Pflanzen. Olivenkraut und Schokominze waren dabei. "Interessant", so Familie Küblers Kommentar. Wissen und Spürsinn waren hingegen beim Goitzschetoffel Peter Dürrschmidt gefragt.

Die Galionsfigur der Goitzsche lud ein zum Wissensquiz. Die Höhe des Bitterfelder Bogens war gefragt, auch die Anzahl der Seen, die in Summe den Großen Goitzschesee ausmachen. "Ein bisschen Wissen muss schon sein", schmunzelte Dürrschmidt. Immerhin gebe es auch attraktive Preise zu gewinnen. Ein Rundflug über die Goitzsche war einer von ihnen. Spürsinn forderte der Goitzschetoffel auch am Sandhaufen. Hier konnte Bernstein gesucht und in durchaus stattlicher Zahl gefunden werden. Gefunden haben Gerhard Niechziol und seine Mitstreiter der Fachgruppe Mykologie jede Menge Pilze. "95 Prozent essbar", befand der Fachmann und attestierte der Region um Goitzsche und Stausee einen nicht zu unterschätzenden Pilzbestand.

Die Musik in der Agora war jedoch nicht der Tusch für fleißige Pilzsammler. Es war das Ständchen für die Goitzsche und deren Besucher. "Tympanus Forte" aus Erfurt versprach eine Trommelshow der Extraklasse und bildeten einen deutlichen Kontrast zu den Chören und dem Wolfener Spielmannszug.

(Mitteldeutsche Zeitung, 14.06.2010)



Erster großer Auftritt mit Wanderstock und Kiepe
Beim Goitzsche-Erlebnistag mischte sich der Bitterfelder Peter Dürrschmidt als Goitzschetoffel unters Volk

von Bärbel Helbig, 14.06.09

Peter Dürrschmidt als Goitzschetoffel auf der Halbinsel Pouch.
Peter Dürrschmidt als Goitzschetoffel auf der Halbinsel Pouch. (FOTO: MZ)
POUCH/MZ. "Sind Sie so etwas wie das Maskottchen für die Goitzsche?" Der siebenjährige Oliver streckt dem bärtigen Mann mit Schiebermütze, Stock und Kiepe das Mikrofon entgegen. Das Interview für das Goitzsche-Radio macht Peter Dürrschmidt sichtlich Spaß - wie sein erster offizieller Auftritt als Goitzschetoffel.

Beim Erlebnistag auf der Halbinsel Pouch am Sonnabend mischt sich der Bitterfelder unters Volk und macht dabei nicht nur die Reporter des lokalen Internet-Radios neugierig. Wer ganz genau wissen will, was es mit dem Goitzschetoffel auf sich hat, dem steckt er ein kleines Kärtchen des Fördervereins Goitzsche zu, auf der die Geschichte des Bitterfelder Originals nachzulesen ist.

"Wir wollen die 60 Quadratkilometer große Goitzsche bekannt machen", sagt Dürrschmidt. Dabei übernimmt der 57-Jährige, der bei der Bitterfelder Qualifizierungs- und Projektierungsgesellschaft (BQP) beschäftigt und Gründungsmitglied des Fördervereins ist, von nun an eine besondere Rolle. Als Goitzschetoffel wird er Besuchergruppen empfangen und Führungen begleiten, bei Messen, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen auftreten und dabei für die Region werben. Sein Kostüm hat er sich selbst zusammengestellt - die Kiepe gehörte seinen Eltern, die Tabakpfeife dem Großvater. Kordhosen, Hosenträger und Sandalen fanden sich auch. "Das Teuerste war die Mütze, die habe ich auf dem Bitterfelder Markt für zehn Euro gekauft", berichtet er.

Peter Dürrschmidt, der in Bitterfeld geboren und aufgewachsen ist, kennt sich bestens aus in der Goitzsche. Im Auwald hat er mit seinem Großvater Lindenblüten und Holunderbeeren gesammelt. Auch jetzt ist er dort oft unterwegs, kennt die besten Stellen für Steinpilze und Rotkappen.

Viele, die am Tag der Parks und Gärten ihre Stände an der Agora aufgebaut haben, sind gefragte Gesprächspartner. Die Mühlbeckerin Martina Brück von "Goitzsche-Tours" ebenso wie Gabi Schumann vom Schlaitzer Kräuterhof "Sommerwiese" oder Siegfried Rabenhorst vom Wanderwegeaktiv Bitterfelder Land. Er hat auf seinem Tisch Karten von der Goitzsche vor, während und nach der Auskohlung und die neueste Radwanderkarte ausgebreitet - und etwas, was viele noch nie zu Gesicht bekommen haben: Abraum, Rohbraunkohle und Bernstein.

Die Organisatoren des Erlebnistages, die Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft (EBV) und der Förderverein Goitzsche, bieten den Besuchern an diesem Tag nicht nur Informationsmaterial und Führungen an, sondern auch ein abwechslungsreiches Programm in der Agora. "Ein sehr schönes Areal", finden die Leipziger Elisabeth und Rainer Karst, die den Muldestausee und die Halbinsel mit dem Rad erkunden und sich vor der Rückfahrt den Wels-Spieß aus dem Räucherofen des Fischers Tom Bernau schmecken lassen.

Es sei schade, dass die Darbietungen in der Agora so wenig Publikum finden, bedauern Katrin Holdack und Frank Schönberg. Die Berliner sind durch das Autobahnschild auf die Landschaftskunstwerke aufmerksam geworden und nehmen sich nun zwei Tage Zeit, sie kennen zu lernen. Mit Veranstaltungen haben sie dabei gar nicht gerechnet. Und machen sich Gedanken, was man in der Agora häufiger veranstalten könnte. Keine leichte Sache, meinen sie, für kleine Auftritte sei der Platz zu groß, für große Konzerte zu klein.

(Mitteldeutsche Zeitung, 15.Juni 2009)



2. Erlebnistag Goitzsche
"Goitzschetoffel" tritt als regionale Identifikationsfigur auf

2. Erlebnistag Goitzsche
Am Freitag konnte Horst Tischer den "Goitzschetoffel" nur als Zeichnung zeigen. (FOTO: Giese)
Pouch (rg). "Wir wollen den Bürgern aus der Region mit dem Erlebnistag Goitzsche auf der Halbinsel Pouch eine Veranstaltrung für die ganze Familie anbieten", erläuterte Horst Tischer, Vorsitzender des Fördervereins Goitzsche e.V. das Anliegen des Erlebnistages vor den Medien. Mann wolle zwischen den großen Events mit kleineren Veranstaltungen Gäste auf die Halbinsel holen. Dazu biete sich der Tag der Parks & Gärten am 13. Juni an, denn die Halbinsel gehört zum Landes-Projekt "Gartenträume". Rund 30 Firmen und Vereine werden den Erebnistag am 13. Juni von 11 bis 17.30 Uhr gestalten. Mit der Agora bietet die Halbinsel eine Freilichtbühne, die auch ohne Technik eine gute Akustik aufweist. Irish Folk, Chorgesang, Posaunenklänge und die Trommelkids werden dies mit ihren musikalischen Darbietungen demonstrieren. "Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt", versicherte der Vereinsvorsitzende. "Wir gestalten einen Festtag für die ganze Familie und wollen daraus eine Tradition entstehen lassen. Alle sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei. Und unsere Besucher können mit ihrem Fahrzeug sogar bis an die Agora fahren", warb Tischer um zahlreiche Besucher. Auf eine besondere Überraschung können sich Gäste ebenfalls freuen. Denn am 13. Juni wird sich auch zum erstem Mal der "Goitzschetoffel" vorstellen. Er wird eine Figur sein, die für die Goitzscheregion ein Wiedererkennungsmerkmal darstellt. Ein Vereinsmitglied wird ihn zum Leben erwecken und den Gästen in historischem Kostüm und Kiepe Rede und Antwort stehen zur Goitzsche und ihren touristischen Möglichkeiten.

(Wochenspiegel, 03. Juni 2009)



Bunter Erlebnistag mit dem Goitzschetoffel in der Agora
Am deutschlandweiten Tag der Parks und Gärten findet an der Agora ein interessantes und abwechslungsreiches Programm statt

von Christine Krüger, 29.05.09

POUCH/MZ. Die Trommelkids geben alles, Karatekämpfer zelebrieren ihre Kunst, ein kleines Ensemble lädt ein zum Mach-Mit-Theater. Reiterspiele gibt es und jede Menge Musik. All das und noch viel mehr ist zu erleben am 13. Juni auf der Halbinsel Pouch. Der Förderverein Goitzsche und die Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft (EBV) haben auch in diesem Jahr einen Erlebnistag organisiert.

"Solche kleineren regionalen Veranstaltungen in diesem schönen Ambiente um die Agora zu bieten, ist ein Anliegen unseres Vereins", sagt Vorsitzender Horst Tischer. Eintritt dafür wird nicht erhoben, außerdem können die Autofahrer an diesem Tag bis nahe an die Agora heranfahren; auch die Parkplätze sind kostenfrei.

Das Event ist ein Beitrag zum Tag der Parks und Gärten. Unter dem Motto "Lust am Garten" organisieren diesen jährlich für das zweite Juni-Wochenende die Garteninitiativen des Bundesverbands Gartennetz Deutschland. Kombiniert mit kulturellen Veranstaltungen laden sie dazu ein, bekannte Parks und noch unentdeckte Gartenanlagen zu erkunden. In der Region gehören zu den 40 vom Land als touristisches Highlight besonders geförderten Anlagen neben dem Gutspark Altjeßnitz die Halbinsel Pouch als einzige neue Anlage im Reigen der historischen.

Abspielen wird sich alles in der Agora und auf dem Gelände davor. Den Besuchern wird ein vielseitiges Programm geboten. Kultur und Spaß, Information und Naturerlebnis stehen dabei im Mittelpunkt. 30 Kleinunternehmen und Vereine beteiligen sich. So kann man erkunden, was Falkner und Imker, Ornithologen und Jäger ausmachen. Außerdem kann man Klöpplerinnen über die Schulter gucken und zuschauen, wie ein Wollfaden gesponnen wird. Man kann am Buchdorf-Stand stöbern und Keramik kaufen, beim BUND manche Entdeckung machen und sich sportlich betätigen. Für die Kinder gibt es spannende Angebote wie Reiten, Kistenklettern, Bogenschießen und vieles andere. Auch sachkundigen Führungen zu den Landschaftskunstwerken auf der Halbinsel kann man sich anschließen. In der Agora selbst gibt es reichlich Musik. So zeigen die Trommelkids, was sie können. Irish Folk, Chorgesang und Posaunenmusik erklingen. Dabei wird allein die ganz besondere Akustik der Agora ausgenutzt.

Der diesjährige Tag der Parks und Gärten, so Tischer, soll dem des vergangenen Jahres nicht nachstehen. Diesmal wird sogar der historische Goitzschetoffel sich unter die Gäste mischen. "Wir wollen den Zuspruch von Jahr zu Jahr erhöhen", sagt er. "Unser Ziel ist es, die Halbinsel und speziell die Agora mehr zu nutzen. Und das sollen dann nicht die Großveranstaltungen sein, sondern eher die kleineren, leiseren." Auf der Halbinsel sind lediglich zehn Tage für Großveranstaltungen erlaubt.

(Mitteldeutsche Zeitung, 30. Mai 2009)



Nichts für die Schublade
Förderverein Goitzsche veranstaltete im Wasserzentrum ein Forum zur städtebaulichen Entwicklung

von Christine Krüger, 30.03.09

Familien- und Erlebnistag
"Ideenwettbewerb für die Schublade?" - unter diesem Motto hatte der Förderverein Goitzsche ins Wasserzentrum eingeladen. (FOTO: André Kehrer)
Bitterfeld/MZ. Der Titel ist provokant. "Ideenwettbewerb für die Schublade?" - unter diesem Motto hatte am Freitagabend der Förderverein Goitzsche ins Wasserzentrum Bitterfeld eingeladen.

Doch hatte der Veranstalter, der Förderverein Goitzsche, eigentlich anderes im Blick. Vereinsvorsitzender Horst Tischer erklärte, dass die "Projekte in der Schublade" nicht die sind, die schon abgeschrieben sind sondern, genau die, an die die Stadt ihre Hoffnungen knüpft. Die eben, die sie einem Investor sofort vorlegen und sagen kann, was sie konkret will. Qualität nämlich.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen der Ortsteil Bitterfeld und die Verbindung des Stadtkerns mit der Goitzsche. Dazu hatte Thomas Wittenberg vom Weimarer Architekturbüro Schettler und Wittenberg, Sieger im städtebaulichen Wettbewerb der IBA (die MZ berichtete) den Entwurf seines Teams mitgebracht. Und das war so etwas wie Zündstoff. Denn der Bitterfelder, der seit -zig Jahren in einer Stadt lebt, die immer trauriger zu werden scheint, betrachtet diesen Entwurf mit genau diesem Blick. Und der verstellt ihm die Sicht auf das Schöne, das dieser Entwurf enthält und - so er umgesetzt wird - zu einer fröhlichen Stadt beitragen kann.

Da fehlt dem einen der Bezug zum See, dem anderen ist eine Bezeichnung suspekt, dem nächsten sind die Veranstaltungen zu laut, der übernächste findet, ein Wohngebiet am Ufer geht gar nicht, einer weiß, die Stadt muss zum Wasser hinwachsen und nicht umgekehrt, die Gartenanlage, die Leine, die fehlenden Cafés - na ja und überhaupt.

Doch hatten die Gäste im Wasserzentrum auch konstruktive Ideen und Hinweise, die zum Nachdenken auffordern. Einig jedenfalls waren sich alle: An der Goitzsche fehlt eine Kraft, die die Fäden straff in der Hand hält, zu vieles läuft auseinander. Zudem sollten die Kräfte aller Beteiligten - und eben auch die jener Bürger, denen das Geschehen in der Stadt und an der Goitzsche wichtig ist - endlich gebündelt werden.

Horst Tischer brachte es so auf den Punkt: "Wir müssen die Rolle der Stadt so stärken, dass den anderen nichts übrig bleibt, als diesen Führungsanspruch anzuerkennen. Das ist der einzige Weg, der zur Bündelung führt. Wir hatten in der Vergangenheit zu viele, die führen wollten. Wir (!) sind es." Der Kommunale Zweckverband Bergbaufolgelandschaft sei damals gegründet worden, um Einheitlichkeit zu schaffen. "Leider hat dieses Instrument nicht den Erfolg gehabt, den wir uns versprochen haben", schätzte er ein.

Monika Diete sprach mit ganz einfachen Worten aus, was vielleicht viele hier ganz innen in ihrem Herzen auch tragen und was nur Luft und etwas Zuversicht braucht: "Ich glaube, jeder hat Nachholbedarf, hier sein Heimatgefühl zu finden und zu sagen: Das ist meine Stadt, das ist mein See. Ich finde das phantastisch." Sie selbst habe sich aus den allen bekannten Gründen früher nie mit Bitterfeld und der kaputten Umgebung identifizieren können.

Klar und deutlich wurde im Laufe des Abends jedenfalls: Jeder, der zum Forum gekommen war, hat Gedanken zum Thema. Und vielleicht musste ja auch all die Unzufriedenheit, die sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, erstmal ausgesprochen werden. Die Referenten - Bitterfeld-Wolfener Stadtentwickler Stephan Hermann, Architekt Thomas Wittenberg, Martin Stein vom IBA-Büro und Hildegard Matthäus vom Expo-Kuratorium - haben es ausgehalten.

Nicht nur das. In aller Ruhe und mit viel Geduld erklärten und verdeutlichten sie, nahmen Kritik an und formulierten neue Fragen. "Wichtig ist", stellte Helmut Kraußer schließlich fest, "dass was Ordentliches draus wird." Damit sprach er wohl allen aus dem Herzen. Und wichtig ist das Wissen, dass es dabei sehr auf die Menschen selbst ankommt, die hier schließlich ihre Zukunft gestalten. Die Goitzsche ist da zweifellos eine Riesenchance.

(Mitteldeutsche Zeitung, 30. März 2009)



"Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Zukunft"
Der Vorsitzende Horst Tischer zieht Bilanz über die Vereinsaktivitäten

von Detmar Oppenkowski, 04.03.09

Bitterfeld/MZ. "Ideenwettbewerb für die Schublade?", so lautet der etwas provokant anmutende Titel des diesjährigen Goitzsche-Forums. Aber dem Vorsitzendende des Fördervereins Goitzsche, Horst Tischer, geht es in dieser öffentlichen Diskussionsrunde nicht um die Relativierung vorhandener und geplanter Angebote, sondern eher um realistische Einordnung der Goitzsche und ihrer Potenziale.

Dabei besinnt sich der Verein seit acht Jahren immer wieder auf die Weiterentwicklung der ehemaligen Bergbaufolgelandschaft zur Kulturlandschaft. "Wir haben hier für die Zukunft etwas geschenkt bekommen und müssen es nun vorsichtig weiter entwickeln", sagt Horst Tischer. Der Förderverein konzentriert sich hierbei vor allem auf die noch nicht realisierten Landschaftskunstprojekte, die im Rahmen der Expo 2000 entwickelt wurden. Und so entstanden im Goitzsche-Wald bereits im Jahr 2007 der "Schmetterlingspfad" und im Jahr 2008 "Lucretius Place".

Auch in diesem Jahr werden zwei Projekte umgesetzt. Zum einen soll die Sitz- und Rastgelegenheit "Am Tisch sitzen - sehen" übergeben, zum anderen sollen bis Ende April die fünf Pontons der "Schwimmenden Steine" in der Goitzsche verankert werden. "Wir wollen die Idee der Kunst- und Kulturlandschaft aufrechterhalten", sagt Horst Tischer.

Und so möchte man perspektivisch auch die Ausstellung "Land gewinnen" wieder einrichten. Während der Expo 2000 wurden alle Entwürfe sowie Modelle gezeigt und in die entstehende Kulturlandschaft als Brückenschlag zwischen regionaler "Vergangenheit und Zukunft" eingebettet. Momentan habe man noch drei größere Landschaftskunstprojekte in petto, die man zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Goitzsche-Wald um Jacques Leenhardt, Gianni Buratoni sowie Heike Brückner umsetzen wolle. Derzeit wisse man aber nicht, wann dies aufgrund der benötigten finanziellen Mittel geschehen werde.

Daher stecke sich der Förderverein vorerst kleinere Ziele und möchte in diesem Jahr erst einmal alle bestehenden Expo-Projekte neu ausschildern. "Wir haben uns als Verein die Maßnahmen zur Pflicht gemacht", sagt der Vorsitzende und meint die 50 aktiven Mitglieder, die sich neben der Errichtung der Kunstobjekte auch um deren Pflege kümmern, aber auch Kleinkunstveranstaltungen organisieren.

Darüber hinaus ist Horst Tischer neben der Umsetzung bestehender Projekte auch der gestalterische Kommentar aktueller Entwicklungen wichtig: "Wir mischen uns ein und achten darauf, welche Angebote den gegebenen Standards entsprechen." Ohne sich auf Beispiele zu berufen, konkretisiert Horst Tischer dahingehend: "Wir haben ein wertvolles Kleinod vor der Haustür, aber man kann hier nicht planen wie am Mittelmeer."

Tischer gibt sich da eher pragmatisch und zielt darauf ab, was man hat und was man damit machen kann. So biete die Infrastruktur Voraussetzungen für Tagesbesucher oder Sportler. Hierfür müssten einerseits gehobene Übernachtungsangebote, andererseits Jugend- und Sporttouristikheime entstehen.

Dennoch bleibt Tischer skeptisch gegenüber schnellen Lösungen. "Es ist eine langsame Entwicklung, dennoch wird die Goitzsche allein kaum Touristen nach Mitteldeutschland ziehen." Gleichzeitig habe die Goitzsche - regional betrachtet - zukunftsweisende Bedeutung und werde ihre "Liebhaber" finden.

Das findet am 27. März im Wasserzentrum unter der Fragestellung "Ideenwettbewerb für die Schublade?" statt.

(Mitteldeutsche Zeitung, 5. März 2009)



"Die Goitzsche wird immer interessanter und schöner"


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("Ferienland Dübener Heide", Frühling 2009, Ausgabe 68)



"Erlebnistag Goitzsche"
1. "Erlebnistag Goitzsche" lockte zahlreiche Besucher an

Alphörner in der Agora
Alphörner in der Agora! Nur der "Erlebnistag Goitzsche" macht so etwas möglich. (FOTO: Jaskulski)
Pouch (wh). Immer am ersten Juniwochenende soll es zukünftig einen "Erlebnistag Goitzsche" auf der Halbinsel Pouch geben. So verkündete es Lutz Bernhardt, der Geschäftsführer der EBV Goitzsche mbH, welche gemeinsam mit dem Förderverein Goitzsche e.V. die diesjährige Premierenveranstaltung organisiert hatte. Das Bergmannsorchester Bitterfeld sorgte mit dem traditionellen "Glück auf, der Steiger kommt" für einen zünftigen Beginn. Im Anschluss wurde die Ausstellung "Die neue Landschaft aus der Kohle", die eigens aus Ferropolis nach Pouch gebracht wurde, feierlich eröffnet. Die Ausstellung wird in den kommenden 2 Monaten im Eingangsbereich der Halbinsel zu besichtigen sein. Den ganzen Tag über wurde im Bereich der Agora ein vielseitiges Programm aus Kultur, Unterhaltung und Information geboten. In der Agora selbst gab es zahlreiche musikalische Darbietungen der unterschiedlichsten Genres - immer ohne Verstärker und Mikrofon - so wie es die spezielle Akustik der Agora ermöglicht. Die Besucher, die bis zum Schluss geblieben waren, wurden mit einem besonderen Leckerbissen - Folklore, Jazz und Klassik mit dem Trio Nebst - belohnt. Um die Agora herum boten verschiedene Vereine und Institutionen an Info- und Verkaufsständen ihre Produkte an. Für die Kleinsten gab es Ponyreiten, eine Malstraße und ein Räuberlager. Wie von vielen Gästen immer wieder zu hören war, war es eine gelungene Veranstaltung mit einer ganz ruhigen und erholsamen Atmosphäre. Im nächsten Jahr- so die Veranstalter - wird man wieder ein interessantes Programm im Angebot haben.

(Wochenspiegel, 11.06.2008)



"Landschaft ist auch immer ein Stück Naturgeschichte"
Familien- und Erlebnistag auf der Halbinsel Pouch - Resonanz nur mäßig

von Katrin Kuhnt, 08.06.08

Familien- und Erlebnistag
Für Abwechslung war gesorgt: Hier weist Rainer Gohde die siebenjährige Lisa in die Kunst des Fechtens ein. (FOTO: Katrin Kuhnt)
Pouch/MZ. Nur weniger Besucher verirrten sich vergangenen Samstag auf die Halbinsel Pouch. Dort wurde im Rahmen des bundesweit stattfindenden Tages der Parks und Gärten ein Erlebnistag gefeiert. "Heute soll die Natur im Vordergrund stehen. Es soll ein ruhiger und besinnlicher Tag werden", brachte Klaus-Peter Jaskulski das Anliegen des Fördervereins Goitzsche auf den Punkt. Gemeinsam mit der Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft (EBV) hatte der Förderverein diesen Tag organisiert.

Zahlreiche Vereine und Händler nutzten diese Gelegenheit, um sich den Besuchern zu präsentieren. Vor allem das Räuberlager war bei den Kindern beliebt. Hier konnten sie mit Degen und Schwertern fechten, mit Pfeil und Bogen schießen und sogar echte Schusswaffen bestaunen. Mit seiner rollenden Räuberbühne kam Rainer Gohde nach Pouch.

"In den Gärten und Parks der Region fand auch immer ein Stück Regionalgeschichte statt", wusste der engagierte Schauspieler zu berichten. Inspiriert wurde sein Räuberlager durch die historische Figur des Hans Kohlhase. Dies sei ein Händler aus Berlin gewesen, der im 16. Jahrhundert lebte und schließlich für seine Taten gerädert wurde, erklärte Gohde. Für alle Interessierten hielt er Kopien echter Polizei-Dossiers von damals und zahlreiches Informationsmaterial über Kohlhase, der schon Heinrich von Kleist inspirierte, bereit.

Die siebenjährige Lisa Junger ist vom Räuberlager begeistert: "Ich habe zum ersten Mal gefochten, und das macht richtig Spaß", so die Kleine.

Zu den zahlreichen weiteren Angeboten des Tages zählte neben Glasbläsern, Korbmachern und Vorführungen der Imker, Jäger und Falkner auch das Casting des Anglervereins Bitterfeld. "Hier suchen wir keine Talente wie im Fernsehen", klärte Jugendwart Hans-Jürgen Storbeck lachend auf. Vielmehr handelte es sich um Trockenangeln. Mit einem kleinen Gewicht wird auf eine zwölf Meter entfernte Zielscheibe geworfen. Dass dies gar nicht so einfach ist, zeigten auch die Vorführversuche des Experten. "Es gibt verschiedene Wurftechniken, und selbst ich treffe nicht immer beim ersten Mal", gab der Angelfreund zu.

Für die kleinen Gäste wurde zudem ein lustiges Angelspiel geboten. So mussten kleine Fische mit Präsenten geangelt werden. Ob sich der Förderverein auch im kommenden Jahr am Tag der Parks und Gärten beteiligen wird, ist noch unklar. "Wir wissen, dass unser Programm eher die älteren Generationen anspricht", erklärte Jaskulski und zeigte sich enttäuscht über die geringen Besucherzahlen. Peter Gunia vom Burgkemnitzer Heimat- und Kulturverein fand, dass insgesamt zu wenig Werbung gemacht wurde. "Der Tag ist eine wirklich gute Idee, und die Natur sollte allen am Herzen liegen", brachte er es auf den Punkt.

(Mitteldeutsche Zeitung, 9. Juni 2008)



Erlebnistag Goitzsche
Neue Veranstaltung fürs erste Juniwochenende geplant.

Erlebnistag Goitzsche
Laden alle recht herzlich zum 1. Goitzschefest auf die Agora ein: Klaus-Peter Jaskulski vom Förderverein Goitzsche, Lutz Bernhardt und Wilfried Horn (v. re.) von der Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche (EBV). (FOTO: S. Richter)
Pouch (sr). In diesem Jahr gibt es erstmals bundesweit einen "Tag der Parks und Gärten" und natürlich wird sich der Landschaftspark Goitzsche, einer von vierzig Parks der Gartenträume in Sachsen-Anhalt, daran beteiligen. "Auch wenn an diesem Wochenende in unserer Region viele Veranstaltung parallel stattfinden", so Klaus-Peter Jaskulski vom Förderverein Goitzsche. "Wir wollen einen Erlebnistag Goitzsche etablieren und den dann auch jedes Jahr wieder zur gleichen Zeit durchführen." Musikalische Darbietungen, Kunsthandwerk- und Handwerksverkäufe und vor allem Führungen stehen an diesem Samstag auf dem Programm, organisiert vom EBV Goitzsche, dem Förderverein und vielen Sponsoren.

Doch bevor es auf der Halbinsel richtig los geht, eröffnet um 10 Uhr gleich an der B 100 die Ausstellung "Die neue Landschaft aus der Kohle" ihre Pforten. Zwei Monate bleiben die Container der Wanderausstellung dort stehen und können täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden. Um 11.30 Uhr beginnt das Programm rund um die Agora. Dafür darf man dann auch ab 11 Uhr bis dorthin mit dem Auto fahren und kostenlos parken. Nach der Eröffnung der Ausstellung startet am Container an der B 100 die erste Führung, die sich mit der Bergbaugeschichte und der Kulturlandschaft beschäftigt. Jede volle Stunde geht es dann ab der Agora wiederum auf Wanderschaft. Führungen plant auch der BUND, der Fauna und Flora der Goitzschelandschaft vorstellen möchte. Bei Bedarf starten die vom Stand des BUND auf der Halbinsel Pouch.

(Wochenspiegel, 28. Mai 2008)



Erlebnistag auf der Halbinsel
Zum bundesweiten Tag der Parks und Gärten präsentiert sich auch die Goitzsche.

von Lothar Gens, 26.05.08

Pouch/MZ. Ob man wohl auch etwas machen könne auf der Halbinsel Pouch zum bundesweit ersten Tag der Parks und Gärten? Diese Frage sei an die EBV (Entwicklungs-, Betreiber- und Verwertungsgesellschaft Goitzsche) herangetragen und positiv beantwortet worden, sagte Klaus-Peter Jaskulski vom Förderverein Goitzsche. Und so wird es also am 7. Juni von 10 bis 18 Uhr einen Erlebnistag Goitzsche auf der Agora (Halbinsel Pouch) geben, einen Tag, wie es ihn bisher noch nicht gegeben hat. Einen Tag, der die Erlebniswelt Goitzsche in den Mittelpunkt stellt. Und der nach dieser Premiere jedes Mal am ersten Juni-Wochenende, wenn deutschlandweit der Tag der Parks und Gärten begangen wird, eine Neuauflage erfahren soll.

Dieser Tag soll das Erlebnis Natur ein wenig besinnlich rüberbringen nach und auch wiederum vor anderen Anlässen auf der Halbinsel, die etwas lautstärker ablaufen, einen eher familiären Charakter haben, betonte Klaus-Peter Jaskulski. Ein Zeichen dafür sei zum Beispiel, dass die musikalischen Beiträge ohne Verstärkertechnik dargeboten werden - in Neudeutsch würde das "unplugged" heißen.

Zu erwarten sind am 7. Juni ab 11 Uhr unter anderen das Schalmeienorchester Plodda, das Alphorntrio Anhaltino und Chorgesang sowie Instrumentalmusik mit der Sängervereinigung Mühlbeck-Friedersdorf-Pouch und Instrumentalsolisten der Musikschule Bitterfeld. Ab 16.30 tritt das Trio NEBST auf mit Folklore, Jazz und Klassik. Darüber hinaus werden Vereine und Firmen Dinge zum Kauf anbieten, die auch zum Anlass passen. Vor Ort sein werden u. a. Keramiker, ein Glasbläser, Imker, Kunsthandwerker. Ein Falkner wird seine Kunst zeigen, der Anglerverein präsentiert sich, die Jägerschaft Bitterfeld ist da, der BUND ebenfalls...

Ergänzt wird das Angebot durch thematische Führungen über die Halbinsel, zum Beispiel zur Bergbaugeschichte, zur Kulturlandschaft, zu Flora und Fauna. Kremserfahrten werden außerdem organisiert, es gibt Reit- und Hundevorführungen, Ponyreiten, ein Räuberlager für die Kinder und eine Malstraße. Selbstredend ist auch fürs Leibliche ausreichend gesorgt. Das Stichwort geräucherte Maräne aus dem Goitzsche-See sollte genügen.

Bereits um 10 Uhr öffnet am 7. Juni eine Ausstellung am Zugang zur Halbinsel - fast direkt an der B 100, machte EBV-Geschäftsführer Lutz Bernhard aufmerksam. Sie trägt den Titel "Die neue Landschaft aus der Kohle" und wird an diesem Platz dann zwei Monate lang täglich (10 bis 18 Uhr) zu besichtigen sein. Die Wanderausstellung in insgesamt sechs Containern ist von der LMBV initiiert worden.

Übrigens: Eintritt und Parken in Agora-Nähe sind am 7. Juni frei.

(Mitteldeutsche Zeitung, 27. Mai 2008)