Flutung

Eine völlig neue Qualität erhält das Sanierungsgebiet der Goitzsche aber durch die Flutung der Tagebaurestlöcher und die dadurch geschaffene Seenlandschaft. Die mit landschaftlichen Höhepunkten nicht besonders reich versehene mitteldeutsche Region bekommt durch die große Anzahl von Seenflächen, welche in der Folge des Braunkohlebergbau entstanden sind, ein neues Gesicht. Insofern haben die der Landschaft beigefügten Wunden der Tagebaue durchaus zu einem Zugewinn an Attraktivität der Region beigetragen.

Der östliche Restlochkomplex der Goitzsche wird mit 286 Mio. m³ Fremdwasser aus der Mulde über die Flutungsanlage Mühlbeck seit dem 7. Mai 1999 geflutet, wobei die Zuleitungsmenge etwa 3 m³/s beträgt. Der Endwasserstand soll dann 75 m NN betragen. Der zukünftige Seelhauser See wird seit dem 28. Juli 2000 über eine Rohrleitung mit einer Wassermenge von 1m³/s aus der Mulde bis zum Erreichen der Endhöhe von 78 m NN gefüllt. Im westlichen Teil der Goitzsche erfolgt die Flutung der Tagebaurestlöcher durch Anstieg des Grundwassers. Die Gesamtwasserfläche des Goitzschegebietes wird nach Abschluß der Flutung etwa 25 km² betragen. Gemeinsam mit dem vorhandenen Muldestausee bildet die Goitzsche die größte Seenlandschaft in Sachsen-Anhalt. Zum Vergleich: Der größte See im Osten Deutschlands – die Müritz – bedeckt eine Fläche von etwa 115 km². Der Chiemsee hat eine Fläche von etwa 80 km², das Steinhuder Meer von etwa 29 km². Die Wasserfläche der Goitzsche ist damit etwa dreimal so groß wie die Fläche des Müggelsees bei Berlin oder des Werbellinsees.