Entstehung der Kohle

Natürlich begann die Geschichte der Goitzsche lange vor dem Tertiär. Dennoch sollte diese Zeitreise mit dem Tertiär anfangen, denn im tiefsten Tertiär – genauer: im Oligozän – vor etwa 22 Mio. Jahren entstand die Braunkohle des Bitterfelder Reviers. Das Tertiär ist die Periode der Erdneuzeit, in der sich annähernd die heutige Verteilung von Land und Meer herausbildete. Durch die alpidische Gebirgsbildung entstanden die Alpen und eine Reihe weiterer alpidischer Gebirge. Die Gebirgsbildung wurde vielerorts von aktivem Vulkanismus begleitet. Große Braunkohlelagerstätten entstanden in den Vorsenken der Mittelgebirge aus ausgedehnten Wäldern in subtropischem und tropischem Klima.

22 Mio. Jahre später war die Braunkohle für die Menschen der Region in einem mit natürlichen Ressourcen einseitig ausgestatteten Land ein Geschenk der Natur. Während eines Zeitraums von etwa 150 Jahren wurden die Bitterfelder Braunkohlevorräte zu einem großen Teil abgebaut. Doch bis es soweit war, mussten eben noch diese 22 Mio. Jahre ins Land gehen. Und dieser Zeitraum war vielfach nicht weniger spannend als die „heiße“ Entstehungsphase der Bitterfelder Kohle.